Vom
24. bis zum 26. September 2010 finden die nunmehr neunten bundesweiten
Qigongtage statt. - Ein Zeichen dafür, dass sich seit 1994 diese chinesische
Bewegungskunst auch für den Fachaustausch auf höchstem Niveau in unseren Breiten
etabliert hat.
In der chinesischen Kultur gelten Zahlen, deren Aussprache häufig an andere
Wörter angelehnt ist, zugleich als „Omen“ oder „Glücksbringer“. Die Zahl 9 九
wird im Chinesischen „tsiu“ gesprochen, ebenso wie das Schriftzeichen 久. Es
bedeutet „lang“, „von Dauer“, aber auch „nachhaltig“. Der Gleichlaut mit dem
Schriftzeichen 久, das als „langes Leben“ übersetzt wird, verweist gleichsam auf
die überaus positive Wirkung von Qigong.
Längst hat Qigong sein Exotendasein der 70er und 80er Jahre des letzten
Jahrhunderts überwunden und ist im Alltag angekommen. Es findet sich heute
wieder als Wellnessangebot in Hotels und Freizeiteinrichtungen, als
Präventionsmaßnahme der Krankenkassen, als Sportangebot, als alternative oder
komplementäre Maßnahme in Kliniken, aber auch im klassischen therapeutischen
Bereich.
So weit gefächert die Angebote sind, so breit aufgestellt sind auch die Anbieter
von Qigong-Kursen. Einerseits gibt es die große Gruppe von Qigong-Lehrern,
Frauen wie Männer, die neben ihrer Qigong-Ausbildung über eine Basisausbildung
als Sportlehrer, Pädagogen, Physiotherapeuten, Ärzte und vergleichbare Berufe
verfügen. Auf der anderen Seite gibt es die Gruppe der QuereinsteigerInnen mit
unterschiedlichem beruflichem Hintergrund. Meist haben sie infolge einer
einschneidenden persönlichen Erfahrung oder aus sehr individuellen Gründen zum
Qigong gefunden.
Um Übersichtlichkeit der Anbieter für die Anwender, KlientInnen wie
Patientinnen, herzustellen, scheint es geboten, über Qualitätsstandards der
Vermittlung nachzudenken und diese umzusetzen.
Qualitätsstandards können helfen, die eingangs erwähnte positive Wirkung des
Qigong sicherzustellen. Neben seiner Anwendungsvielfalt beim privaten
alltäglichen Praktizieren, eröffnet das ganzheitliche Übungskonzept zur
Persönlichkeitsentwicklung auch zunehmend ein breites Spektrum von
Anwendungsmöglichkeiten im Berufsleben. Für Unterrichtende in den
verschiedensten Berufsfeldern werden der verantwortungsvolle Umgang mit den
Lernenden bzw. Übenden und die Kunst des angemessenen Vermittelns von Qigong
elementar. Letztlich fördern Qualitätsstandards die Akzeptanz des Qigong bei den
AnwenderInnen und somit das Selbstverständnis der Qigongpraxis in Alltag und
Beruf.
Der Tagungsort ist in diesem Jahr Halle an der Saale. Die Universitätsstadt mit
gegenwärtig ca. 230 000 Einwohnern versteht sich als Kulturhauptstadt des Landes
Sachsen-Anhalt und ist eingebunden in den mitteldeutschen Großraum
Leipzig/Halle. Die Geschichte dieser 1200 Jahre alten Stadt ist eng verbunden
mit der Salzgewinnung und dem Salzhandel. Salz – das „Weiße Gold“ - hat Halle
einst groß und berühmt gemacht.
Das Salz entfaltet seine Wirkung und seinen Nutzen dadurch, dass es sich
auflöst. Es wird ein Teil von einem Ganzen. So entfaltet auch das Qigong seinen
größten Nutzen, indem es sich integriert - in Alltag und Beruf. Dieses
Integrieren zu erleben und Qigong in seiner Reichhaltigkeit zu erfahren – dazu
laden wir Sie auf die 9. Deutschen Qigongtage herzlich ein.
